Hefezopf einfach selbst gemacht!

Ostern steht vor der Tür. Dieses Jahr feiern wir das erste Mal seit knapp 9 Jahren anders als sonst – nämlich zu zweit; naja mit Rusty eigentlich zu dritt.
Die letzten Osterfeiertage haben wir immer mit der Familie verbracht – nicht aus religiösen Gründen, sondern weil es einfach ein schöner Anlass ist, zusammen zu kommen und Zeit miteinander zu verbringen.
Tradition am Ostersonntag bei den “Schwiegereltern” ist es immer, Osternester zu suchen und dann ausgiebig gemeinsam zu frühstücken. Selbstgemachter Schinken im Brotteig, frisch gebackene Striezel in allen Größen und Variationen, eigens gezogene Kresse und mit natürlichen Produkten gefärbte Eier, verzierten immer den Ostertisch. Hm! Traurig, denn dieses Jahr geht das leider nicht. Wir haben zwar eine Videokonferenz ausgemacht, aber die Stimmung wird sicher anders sein.
Wir machen aber das Beste draus und versuchen es positiv zu sehen. Zu zweit kann man auch ein gutes Frühstück machen. Striezel backen geht ja trotzdem und auch Eier färben kann man zu zweit. Ein Schinken im Brotteig wirds wahrscheinlich nicht, aber das macht nichts. Die Vorfreude für das nächste Ostern wächst dann einfach!

Auch der Ostermontag ist immer sehr gemütlich. Meine Schwestern und unsere Partner waren immer bei meiner Oma zum Frühstücksbrunch. Da ist dann schon immer ganz gut was los. Es wird getratscht, gelacht und viel zu viel gegessen, sodass wir dann immer heimwärts rollen.
Der Gedanke daran, dass meine Oma dieses Jahr alleine an Ostern sein wird, stimmt mich schon ein wenig traurig, denn wirklich Leben kommt da nicht in ihr Wohnzimmer. Mit 86 stolzen Lebensjahren (und es werden sicher noch viele mehr) wollen wir sie aber nicht unnötig gefährden.

Auch wenn wir nur zu zweit sein werden, gab es keine Minute den Gedanken einen Osterstriezel zu kaufen. Sowas kommt uns bestimmt nicht auf den Tisch, denn einen Hefezopf kann man ganz einfach selbst machen. Einen dreisträngigen Zopf schafft ihr ganz bestimmt. Ich muss gestehen für den mehrsträngigen Zopf fehlt mir etwas die Geduld. Hier kommt mein schrecklicher Orientierungssinn zur Geltung. Schön ist das! 🙂

Selbst gebacken schmeckt einfach viel besser. Da kann man sagen was man möchte. Und noch dazu kommt, dass er einfach keine unnötigen Zusatz- oder Konservierungsstoffe enthält. Also traut euch! Backt euren Osterstriezel selbst! Ihr werdet es nicht bereuen. Im Gegenteil: Ihr werdet nie mehr etwas Anderes essen wollen.

Kleiner Tipp: Die kalten Zutaten aus dem Kühlschrank schon vorher rausnehmen, da sie Zimmertemperatur haben sollten, wenn man sie dann in den Teig gibt.

Die Menge reicht für 1 große Striezel oder 3 kleine Striezelchen.

Für meinen selbst gemachten Hefezopf braucht ihr:
– 500g glattes Bio – Weizenmehl
– 200ml fettarme Milch
– 2 Eier
– 1 Würfel Hefe
– 40g weiche Butter
– 2 EL Kristallzucker
– 2 EL Birken- oder normalen Kristallzucker
– 1 EL flüssige Butter
– 1/2 TL Salz
– 2 EL Hagelzucker


Um den Teig wirklich fluffig zu machen, stelle ich immer ein Dampfl her. So nennt man den Vorteig. Klingt kompliziert und abschreckend. Geht aber ganz einfach.

1. Dazu nehmt ihr ein Drittel der Milch aus der Rezeptangabe, wärmt sie in einem Topf auf und gebt die 2 EL Kristallzucker dazu. Das wird verrührt, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Nun bröckelt ihr den Germwürfel dazu und löst ihn darin auf. Ein EL Mehl kommt nun noch dazu und wird verrührt, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind.
2. Nun lasst ihr das Dampfl ungefähr 20-30 Minuten im Topf und dreht die Herdplatte ab.

Der Kristallzucker ist ganz wichtig, auch wenn ihr ihn so wie ich, gerne vermeiden wollt. Die Hefe braucht den Zucker aber um sich zu vermehren. Er ist sozusagen das Futter für den Germ.

Dampfl

Sobald euer Dampfl fertig ist, gehts so weiter:
1. In einer großen Schüssel vermischt ihr das restliche Mehl mit dem Dampfl und der übrigen Milch, gebt dann die Eier, den Zucker, das Salz und die gewürfelte weiche Butter dazu.
2. Den Teig verknetet ihr nun in der Schüssel mit den Händen ganz fest und das ca. 5 Minuten lang. Ich lasse das absichtlich nicht meine Küchenmaschine machen, da ich selbst gerne mit den Händen die Konsistenz spüre, um zu fühlen ob noch Flüssigkeit oder Mehl fehlt. Ob der Teig fertig ist erkennt ihr daran, wenn nichts mehr am Schüsselrand oder an euren Fingern kleben bleibt. Ihr seht das unten am Bild.
3. Hat der Teig die gewünschte Konsistenz, so formt ihr ihn nun bitte zu einer Kugel. Wenn ihr eine Germteigschüssel (so wie ich) habt, dann gebt ihr den Teig nun hinein und macht den Deckel fest zu. Der Teig ist fertig, wenn der Deckel aufpoppt. Wenn ihr keine Germteigschüssel habt, nehmt ihr eine normale Schüssel und legt ein Geschirrtuch darüber. Nach 45 Minuten ca. müsste er sein Volumen zumindest verdoppelt haben.
Bei beiden Varianten ist es wichtig, dass der Teig an einem warmen Ort stehen bleibt.
Ich lasse den Teig in der Germteigschüssel immer zweimal gehen und knete ihn nach dem ersten Mal ordentlich durch. Auch beim Ruhen lassen in einer normalen Schüssel, knete ich ihn nach den ersten 45-60 Minuten nochmal gut durch und lasse ihn nochmal solange ruhen.

So sieht der Teig nach dem Kneten aus – Keine Teigreste am Rand

Sodala, nun ist der Teig bereit, um geflochten zu werden. Da gibt es ja mehrere Methoden. Ich mache einen normalen Zopf. Ihr macht dafür drei gleich lange Stränge. Ganz einfach gesagt: Teilt den Teig in drei gleich große Kugeln und formt daraus drei gleich lange und dicke “Nudeln”. Die drückt ihr an einem Ende aneinander und flechtet die drei Stränge wie einen Zopf. Am unteren Ende drückt ihr alles vorsichtig zusammen.
Nun lasst ihr den fertigen Striezel nochmal ungefähr 30 Minuten ruhen. Bevor ihr ihn ins Rohr schiebt, streicht ihr ihn mit ein wenig flüssiger Butter ein und bestreut ihn bei Bedarf noch mit Hagelzucker.

Jetzt gehts ab ins Backrohr bei 180 Grad Ober-/ Unterhitze und lasst ihn ca. 30 Minuten backen. Schaut zwischendurch immer wieder mal in den Ofen, um nach der Farbe zu schauen. Ist er schon recht dunkel, nehmt ihn heraus, lasst ihn auskühlen und genießt den flaumigen Striezel!

Ich persönlich liebe Striezel mit Butter und Marmelade. Darf aber an Ostern auch mal salzig mit Butter, geschnittenem Osterei und frischer Kresse getoppt sein. 🙂
Dadurch, dass nicht viel Zucker im Striezel ist, kann er süß und salzig gegessen werden.

Mahlzeit!
Eure

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