Polarbröd

Manch einer von euch wird sich jetzt denken, dass ich einen Knall habe und warum ich eigentlich nicht mal die Headline meines Beitrags zu diesem Brot schreiben kann! 😉

ABER: Falsch gedacht! Du hast richtig gelesen und ich schreibe tatsächlich von diesem extrem kompakten, ausgiebigen und sättigenden Polarbröd.
Andere würden es vermutlich als Pfannen- oder Fladenbrot betiteln, aber das kann ja jeder!
Das Polarbröd ist nämlich im Gegensatz zu Fladenbrot nicht so fluffig und weich innen. Es ist eher kompakt und flach.



Ich mach heute einen auf Schwedisch und zeige euch diese geniale Polarbröd. In Schweden kann es, wie man ja weiß, äußerst kalt werden. Und zwar nicht so wie unsere Winter in Wien mit süßen 5 Minusgraden (und das ist für uns dann schon ordentlich huschi), sondern so RICHTIG kalt werden.
Die Durchschnittstemperaturen liegen dort dann bei ca. -12 bis -14 Grad Celsius. Die Temperaturen können aber bis zu -40 Grad hinunterklettern. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie viele Schichten ich mir da anziehen müsste, um nicht völlig scheppernd auf der Straße zu gehen! 😉 Aber jetzt im Hochsommer möchte ich daran schon gar nicht denken!

In Schweden aber müssen die Menschen so kochen und vorbereiten, dass sie ihr Essen auch transportieren können, ohne dass es einfriert. Und mit transportieren meine ich zum Beispiel den Weg zur Arbeit oder in die Uni etc.
Das Polarbröd bedeutet übersetzt ganz einfach Polarbrot. Ich glaube der Name ist absolut selbsterklärend und ich muss dem nicht mehr hinzufügen.
Die Schweden lieben dieses Brot vor allem zu allmöglichen Fleischgerichten wie zB. Elchfleischeintopf, Fisch oder auch zu Rentierfleisch. Die meisten Haushalte haben dieses Brot immer vorrätig zuhause, da es sehr sättigend ist und sich einfrieren lässt. Ich habe dieses Brot ganz einfach mit gesalzener Butter gegessen und mich sofort darin verliebt.

Das Polarbröd ist bei den Schweden auch deshalb so beliebt, weil es sich luftdicht verpackt auch draußen in der Kälte lagern lässt und aufgetaut auch himmlisch gut schmeckt.

Elch- und Rentierfleisch ist bei uns jetzt nicht unbedingt das gängigste und easy zu erhaltenste Fleisch, also habe ich es zur Familiengrillerei mitgenommen. 6 Brote waren innerhalb von 5 Minuten aufgegessen. Alle waren schlichtweg begeistert. Es hat also auch zu mit Erdnusssauce mariniertem Hühnerfleisch, Grillgemüse und Co äußerst gut geschmeckt.
Ich kann es mir auch echt gut zu einem Gulasch vorstellen.

Das Polarbröd wird in Schweden üblicherweise in Holzöfen gebacken, den hatte ich aber zufällig nicht daheim und deshalb habe ich das Bröd in einer Pfanne gebacken. Hat auch super funktioniert. Je länger es in der Pfanne ist, desto härter wird es. So viel sei gesagt!

Und jetzt geht´s los! An die Pfanne, fertig – go:

Für 6 – 7 Stück vom Polarbröd brauchst du:
– 350g glattes Weizenmehl
– 175g Vollkorn Roggenmehl
– 1 TL Kristallzucker
– 1,5 EL Salz
– 1-2 EL Brotgewürz – je nach Geschmack
– 270ml fettarme Milch
– 30g weiche Butter
– 1 EL Honig
– 1 TL Kreuzkümmel – optional
– 1/2 TL Weinsteinbackpulver
– 1 EL Olivenöl



Und so gehts:
1. Mehle, Salz, Zucker, Brotgewürz, Kreuzkümmel (optional) und Backpulver in einer Schüssel miteinander vermischen.
2. Milch mit Butter und Honig erwärmen. Achtung: lauwarm und nicht zu heiß! Es soll nur die Butter geschmolzen und der Honig sich aufgelöst haben.
3. Die lauwarme Milch vorsichtig über die Mehlmischung gießen und alles von Hand miteinander verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
4. Den Teig zugedeckt auf der Arbeitsfläche für ca. 1 Stunde ruhen lassen.
5. Den Teig jetzt zu einer länglichen Rolle formen und mit einem Buttermesser in ca. 6 – 7 gleich große Teile schneiden.

6. Der Reihe nach nun die Teigstücke mit der Hand flach drücken und mit einem Nudelholz rund auswalken. Die Brote sollen ungefähr 3-4mm dünn sein.
7. Mit einer Gabel nun auf beiden Seiten flächendeckend – gleichmäßig den Teig leicht einstechen. Das ist einerseits wichtig, damit keine Bläschen entstehen und andererseits ist dieses löchrige Muster typisch für das Polarbröd.
8. Mit einem Pinsel nun einen kleinen Teil des Öls am Pfannenboden verstreichen und auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Brote nun der Reihe nach von beiden Seiten ca. 2-3 Minuten backen. Sollte noch Öl zurückbleiben, muss der Pfannenboden nicht nochmal bestrichen werden.
9. Am besten noch warm genießen, schmeckt aber auch ausgekühlt und am nächsten Tag einfach großartig!

Eure


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