Radieschenlaibchen mit Salzkartoffeln

Was früher ein fixer Bestandteil beim Kochen war, kommt heute seltener auf den Tisch. Fleisch. Schon länger achte ich darauf weniger Fleisch zu konsumieren. Gemüse, Getreide & Co sind immer häufiger die Hauptacteure am Teller. Gemüse muss nicht langweilig sein. Kombiniert mit passenden Kräutern und Gewürzen ist Gemüse ganz schön fancy und kann köstliche Geschmacksexplosionen verursachen. Ich habe mir selbst ganz viele Ideen bei zwei vegetarischen Kochkursen geholt und bin so auf den Gusto gekommen.

Ebenfalls einen immer wichtigeren Stellenwert hat für mich die Regionalität und Nachhaltigkeit bekommen. Durch eine enge Freundin, die beim green guide mitwirkte, hat sich mir hierzu eine neue Welt und ein ganz anderer Zugang eröffnet. Seitdem sind bio zertifizierte Lebensmittelmittel und regionale, vor allem aber saisonale Produkte in meinem Kühlschrank zu finden. Der bewusste Konsum von Fleisch ist auch ein großes Thema geworden, denn zugegeben: Ich esse Fleisch gerne. Aber mittlerweile möchte ich wissen woher es kommt. Convenience Produkte gibt es bei uns gar nicht mehr und darüber bin ich sehr froh, denn Unmengen an Zucker, Emulgatoren und Zusatzstoffe möchte ich nicht in meinem Körper haben.

Seit ich einen eigenen Garten habe, wird da angepflanzt ohne Ende. Neben Hochbeeten mit Gemüsepflanzen, gibt es bei uns Obststräucher, Obstbäume, Kräuterbeete und Nutzpflanzen für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln & Co.

Garten braucht man aber keinen um anzupflanzen. Kleine Kräuterbeete, manche Paradeisersorten und Radieschen zB. wachsen auch in Minibeeten oder Pflanztöpfen. 🙂

Nun zu den Radieschenpuffern:

Ich weiß, dieses Rezept klingt sehr extravagant und manche Fragen sich vermutlich, ob man davon satt werden kann. Also so ging es mir zum Beispiel, denn Radieschen bestehen zu einem Großteil aus Wasser und naja – kann das denn schmecken?
Und ich sage euch: JA!!! Und wie auch noch!
Mein schärfster Kritiker, vor allem wenn es um veggie oder vegane Rezepte geht, hier im Haus ist mein Freund und auch er war echt begeistert von den Radieschenlaibchen! Also kann ich euch echt sagen, der ohnehin nicht sooo enorme Aufwand lohnt sich definitiv.

Ach ja! Und wer ganz experimentierfreudig ist, macht aus dem Radieschengrün einfach ein Pesto! Mache ich auch liebend gern aus Karottengrün. Das Rezept dafür gibts hier.

So wandert hier tatsächlich nichts in den Müll. I like!!


Für 2 Portionen braucht ihr:
– 500g Radieschen (am besten aus eigenem Anbau)
– 250g Skyr oder Topfen
– 2 Zwiebeln
– 40g Maizena
– 40g Hafermark
– 1 Ei
– 250g Joghurt
– 4 Zweige Petersilie
– Schnittlauch und Minze nach Bedarf
– Salz, Pfeffer
– 1 Knoblauchzehe
– Saft einer halben Zitrone
– 1 Schuss Olivenöl für den Dip
– 1 EL Olivenöl zum Anbraten


Und so gehts:
1. Die Enden der Radieschen abschneiden, Zwiebel schälen und vierteln und alles gemeinsam in einen Multizerkleinerer geben und zu einer Masse häckseln. Nicht erschrecken: Sie ist sehr wässrig. 1 EL Salz dazu geben und für 5 Minuten stehen lassen.
2. Während der 5 Minuten Wartezeit die Kartoffeln schälen und einen Topf mit gut 1,5l Wasser inkl. 1 TL Salz auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Erdäpfel ins kochende Wasser legen und ca. 25 Minuten auf mittlerer Hitze kochen, bis sie durch sind.
3. Das ausgetretene Wasser der Radieschen abgießen und die Masse mit den Händen ausdrücken und in eine größere Schüssel umfüllen. Ei, Maizena, Hafermark, Skyr, Salz und Pfeffer nach Belieben dazu geben und alles kräftig miteinander verrühren. Wenn die Masse noch zu flüssig ist, etwas Hafermark dazugeben. Kurz stehen und andicken lassen.
4. Kräuter klein hacken und mit Zitronensaft, Joghurt, Salz, Pfeffer verrühren. Knoblauchzehe pressen und auch in den Dip geben. Ein Schuss Olivenöl dazu und alles verrühren.
5. Eine beschichtete Pfanne mit dem Öl erhitzen.
6. 2 EL der Radieschenmasse nehmen und in die Pfanne geben. Wer größere oder dickere Laibchen möchte, nimmt 3 EL. In meiner Pfanne gingen sich 4 Laibchen gleichzeitig aus.
7. Laibchen pro Seite ca. 3 Minuten auf mittlerer Hitze anbraten. Backofen auf 100 Grad heizen und die fertigen Laibchen darin warm stellen. Alle Laibchen anbraten, bis die Masse aufgebraucht ist.
8. Kartoffelwasser abgießen, kalt abschrecken und mit den Laibchen und dem Dip anrichten.

Was ich an diesen Laibchen so toll finde ist, dass sie außen knusprig und innen ganz weich sind!

Eure

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