Krapfen

Lustige Kostüme, bunte Farben im Gesicht, laute Musik, Süßigkeiten so weit das Auge reicht und ein Meer an Krapfen. So habe ich als Kind Fasching geliebt. Es gab fast kein schöneres Fest im Jahr als Fasching – Weihnachten ausgenommen.
Kinderfaschingspartys waren der Burner und die Eltern waren danach platt und erschöpft wie sonst nicht, denn bei diesen steilen Feten mussten wir schon ordentlich unterhalten werden.

Erinnerungen und Momente, an die ich besonders gern zurück denke!
Heute ist das etwas anders – Kostüme, Verkleidungen, Farben im Gesicht und Menschenmassen ohne Ende – sind meine größte Strafe!
Nicht aber Krapfen! Krapfen gibts bei uns NUR und zwar ausschließlich am Faschingsdienstag und deshalb sind sie so besonders.
Da gibt es dann auch nicht nur einen Krapfen, sondern zwei, drei, viele!

Ich muss gestehen, ich musste 31 Jahre alt werden, um Krapfen selbst zu backen. Und jetzt hab ich den Krapfensalat – ich kann NIE WIEDER gekaufte Krapfen essen.

Mein Rezept erinnert mich an das Alt Wiener Krapfenrezept nach Omas Art und ich finde es genial! Es ist absolut KEINE Hexerei und trotzdem richtig gut!!



Hinweis: Wenn ich zB keine Kuhmilch oder normalen Zucker verwende – könnt ihr diese Zutaten gegen eure gewohnten einfach austauschen!
Tipp: Wenn ihr die Gehzeiten des Teiges beschleunigen wollt, könnt ihr den Teig immer ins Backrohr stellen. Entweder nur das Ofenlicht aufdrehen oder den Teig (immer zugedeckt!) bei Heißluft 30 Grad gehen lassen.

Ich habe die Hälfte der Krapfen in Öl ausgebacken und die andere Hälfte im Backofen gemacht. Den echten Krapfengeschmack gibts halt nur, wenn die Krapfen in fett rausgebacken werden. Aus dem Backofen sind sie auch SEHR flaumig und wirklich gut, aber der Fettgeschmack fehlt halt! Dafür hat man aber auch keinen Fettgeruch in der Wohnung, was ich als großen Vorteil sehe! 🙂

Für ca. 15 Krapfen braucht ihr:
– 290g glattes Dinkelmehl
– 100g glattes Weizenmehl
– halber Würfel Hefe/Germ
– 200ml ungesüßte Mandelmilch
– 30g Butter
– 1 TL Honig
– 3 Dotter
– 80g Staubzucker
– Schale einer Zitrone
– etwas Rumaroma oder 1 EL echten Rum

– 2 EL Butter zum Bestreichen
– Staubzucker oder Kristallzucker zum Bestreuen
– Mehl zum Bestäuben
– evtl: Öl zum Ausbacken

Zum Befüllen: Marmelade, Vanillesauce, Nougat, …. worauf auch immer ihr Lust habt!


Und so gehts:
1. Die Hälfte der Milch erwärmen (nicht erhitzen). Honig, Butter und Hefe darin auflösen. Vom Mehl ca. 30-40 Gramm entnehmen und über die Milch/Hefe Mischung streuen. Zugedeckt mit einem Geschirrtuch an einem warmen Ort ca. 30 Minuten stehen lassen.
2. Die Dotter mit dem Staubzucker, Zitronenschale, Rumaroma ca. 5 Minuten aufschlagen, bis die Masse weiß ist.
3. Mehl in eine große Schüssel geben, Milch/Hefe Mischung, restliche Milch und Dottermasse miteinander verrühren. Den Teig jetzt entweder per Hand 10 Minuten kneten oder diesen Part die Küchenmaschine übernehmen lassen. Der Teig soll sich von selbst von der Schüssel ablösen und nicht klebrig sein. Falls er noch zu klebrig ist, einfach etwas Mehl dazugeben.
In der Schüssel den Teig jetzt mit ganz wenig Mehl bestäuben und wieder zugedeckt ca. 1/2 Stunde ruhen lassen.
3. Den Teig nochmal durchkneten und in 55g schwere Stücke teilen. Am besten immer auf einer Küchenwaage abwiegen, ansonsten wird es beim Backen eine challenge zu wissen, welcher Krapfen durch ist und welcher nicht. Jedes Stück nun zu einer glatten Kugel formen und auf ein Backblech mit leicht bemehlten Backpapier setzen – (ca. 5-6 Stück pro Blech). Oberfläche der Teiglinge leicht bemehlen und mit der Hand, einem Teller oder einem Holzbrett flach drücken. Jetzt mit einem Geschirrtuch abdecken und nochmal 30min an einem warmen Ort gehen lassen.
4. Jetzt gehts ans Ausbacken: Je nachdem ob ihr in Fett rausbacken oder im Backofen backen wollt, erhitzt ihr jetzt in einem Topf 6cm hoch pflanzliches Öl oder heizt den Backofen auf 170 Grad Heißluft vor. Bei der Ölvariante das Öl nur auf kleiner Stufe aufdrehen, sonst verbrennen euch die Krapfen so wie mir! 😀
Öl: Öl erwärmen und die Krapfen mit der Seite, die am Blech nach oben gezeigt hat, nach unten ins Öl legen. Ich habe 4 Krapfen gleichzeitig heraus gebacken. Deckel drauflegen, dann gehen die Krapfen schön gleichmäßig auf! Nach einer Minute den Deckel abnehmen, Krapfen mit einer Gabel vorsichtig umdrehen und nochmal 1 Minute backen lassen. Wenn die Farbe schön “krapfig” ist, die Krapfen heraus nehmen und abtropfen lassen. Noch heiß mit Kristallzucker bestreuen oder auskühlen lassen und dann mit Staubzucker bestreuen.
Backofen: Die Butter schmelzen und die Krapfen mit einem Pinsel bestreichen. Die Krapfen in den Ofen schieben und ca. 15 Minuten backen lassen. Nach ca. 5-7 Minuten wird die Oberfläche braun sein, dann alle Krapfen mit einem Stück Alufolie belegen und fertig backen lassen. Die fertigen Krapfen aus dem Ofen nehmen und nochmal mit Butter bestreichen und entweder mit Kristallzucker oder mit Staubzucker bestreuen.

Füllen: Die Marmelade oder Nougat in einem Topf leicht erwärmen und in einen Spritzsack mit Lochtülle oder eine Spritze füllen. Vanillecreme nicht erwärmen sondern einfach so in einen Spritzsack umfüllen, da sie sonst zu flüssig wird.
Seitlich mit der Tülle oder der Spritze in den Krapfen stechen und ordentlich mit Füllung beladen.

In welchem Team seid ihr? Vanille, Marille oder Nougat! 🙂

Am besten gleich die Krapfen noch warm vernaschen, denn da sind sie einfach am besten!!

Happy Fasching euch!!!!

Eure


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