Muss nur mal kurz die Welt retten…

… zumindest meinen kleinen Beitrag dazu leisten.

Zero Food Waste ist definitiv kein Ernährungstrend – nein! Viel mehr ein bewusster Zugang und eine sensible Haltung zu Lebensmitteln, Rohstoffen und deren. Verarbeitung.
Aus Wertschätzung und Respekt zu unserer Umwelt und den Rohstoffen können wir schon im alltäglichen Leben darauf achten unsere Einkäufe so zu gestalten, dass wir Zutaten für mehrere Gerichte verwenden. Freitags plane ich gerne die Rezepte für die anstehende Woche und schreibe eine Liste an Zutaten, die wir dafür benötigen – samstags gehen wir dann den Wocheneinkauf machen und unter der Woche wird dann alles verwertet und nur Kleinigkeiten besorgt, die ausgehen oder wir frisch kaufen wollen.
So kann ich im kleinen Rahmen einen Beitrag dazu leisten unseren Planeten zu schützen und den Fußabdruck bei der Wahl meiner Lebensmittel so klein wie möglich zu halten.
Samstag ist in Wien immer Markttag – eine einfache Möglichkeit verpackungsfrei einkaufen zu gehen. Dort sind die Gurken und Äpfel nämlich nicht in Plastik gewickelt und ich habe gleich einen Bezug zu den Produzenten, Bauern und Anbietern.

Im Frühling habe ich mit meiner Foodblogger Kollegin Steffi von Kitchenlover auf Instagram eine Themenwoche zu “Zero Food Waste” durchgeführt. Es ging um das Prinzip “From Leaf to Root” und wir überlegten und zwei Gemüsesorten (Karfiol und Karotte), von denen wir alles verwerteten. Darunter auch mein Karotten Hummus und meine Karotten Energy Balls – auf meiner Instagram Seite findet ihr noch mehr dazu.
Ebenfalls kann ich euch das Karottengrünpesto und meine Radieschenlaibchen ans Herz legen. Rezepte für eine bessere Welt sind oft ganz simple und können aber viel bewirken.

Ich glaube jedem und jeder von uns ging es schon einmal so – mit Hunger einkaufen gehen bringt viele Zutaten mit nach Hause, die wir aber gar nicht brauchen und dann irgendwann im Müll landen. Dem kann leicht vorgebeugt werden – einfach nicht hungrig einkaufen gehen. Aus diesem Grund gibt es bei mir immer im Rucksack oder im Auto immer (selbstgemachte) Müsliriegel oder andere kleine Snacks in Form von zB. Nüssen.

In meinem Blogpost heute möchte ich euch gerne 3 Rezepte mitgeben, die einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung leisten können.

Anschließend gebe ich euch noch ein paar Erfahrungen von mir persönlich mit, die ich in den letzten 2 Jahren gemacht habe, seitdem ich mein Bewusstsein für dieses Thema etwas mehr erweitert und neu fokussiert habe.
Aufgewachsen in einer Wegwerfgesellschaft, deren Werte ich meinem Kind definitiv nicht weiter vermitteln möchte!

Vielleicht kennt ihr das und habt auch bestimmte Lebensmittel, die ihr immer etwas zu viel zuhause habt und dann nicht genau wisst wie ihr sie noch gschmackig zubereiten könnt.
Bei uns Zuhause gibt es nämlich zwei Zutaten, die ganz oft zu viel sind. BROT UND BANANEN.

Wir essen sehr viel Brot, Toast und Gebäck. Weil im Alltag nicht immer die Zeit zum Selberbacken bleibt, kaufen wir wie unzählige andere Familien auch solche Backwaren. Schnell passiert es mal, dass Gebäck und Brot dann (trotz richtiger Lagerung) schnell hart und dann nicht mehr gegessen wird. Also schneide ich immer rechtzeitig Würfel daraus und trockne sie dann. Und nein – ich mache daraus keinen Brotsalat sondern KASPRESSKNÖDEL – denn auch die kann man prima einfrieren und nicht nur in der Suppe essen, sondern auch als Hauptspeise in einem Salat oder mit gebratenem Gemüse dazu.

Also habe ich ein tolles Kaspressknödelrezept, das super easy in der Zubereitung ist:
Für 10 Kaspressknödel braucht man:
– 300g alte gemischte Gebäck-/Semmel-/Brotwürfel
– 300g geriebenen würzigen Bergkäse
– 150ml (Pflanzen)Milch
– 50 Semmelbrösel
– 2 Jungzwiebel
– 1/2 Bund Schnittlauch
– 1/2 Bund Petersilie
– 75g Butter
– 3 Eier M
– 1 TL Salz, etwas Pfeffer
– Öl zum Braten – ca. 4 EL

Und so gehts:
1. Die Milch mit der Butter in einem Topf wärmen bis die Butter geschmolzen ist.
2. Jungzwiebel, Petersilie und Schnittlauch fein hacken und mit den Brotwürfeln und dem Käse in eine große Schüssel geben und vermischen.
3. Eier einrühren und die Milch-Buttermischung dazu geben. Alles mit den Händen gut kneten, bis eine feste Masse entstanden ist. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Masse 10 Minuten stehen lassen und anschließend flache Laibchen formen.
4. Öl in der Pfanne erhitzen und die Kaspressknödeln pro Seite ca. 5min anbraten. Entweder nun eine Suppe kochen und die Kaspressknödeln als Suppeneinlage verwenden, als Hauptspeise mit Salat oder Gemüse genießen und die Reste einfrieren. 🙂

Nicht nur Brot gibt es bei uns oft im Überfluss. Gleiches gilt bei uns für Bananen. Wir zwei Erwachsenen essen Bananen “pur” nicht besonders gerne. Seit wir aber unter uns einen kleinen mittlerweile mitessenden Wirbelwind haben, sind Bananen häufig bei uns im Einkaufswagerl.
Madame liebt Bananen MEISTENS, aber manchmal dann auch wieder nicht und schwupps ist die angefangene Banane in Windeseile braun, gatschig und will von der Mini nicht mehr gegessen werden.

Deshalb habe ich mittlerweile einen Zippbeutel (die halten ewig), in dem ich die angefangenen Bananen sammle und im Tiefkühler aufbewahre.
Vielleicht hast du schon etwas von Nicecream gehört? Klicke auch gern hier für ein weiteres Rezept. Aber nicht immer ist Eis aus Bananen passend und daher mache ich gerne Bananenbrot daraus. Bananenbrot hat immer einen gesunden Touch und wird vom Mann dann manchmal nicht sehr gern gegessen. 😉 Daher gibt es einen köstlich dekatenen Bananenkuchen mit Erdbeeren, weißer Schokolade und Kokosflocken. Das Gute an diesem Kuchen ist, dass er jahreszeitenfit ist. Bedeutet er lässt sich super an die Saison anpassen. Ob Heidelbeeren und Erdbeeren im Sommer, Rhabarber im Frühling, Birnen im Herbst oder Kaki und Äpfel im Spätherbst oder anfänglichen Winter – man kann das Obst beliebig austauschen. Gleiches gilt für die Nüsse. Nimm – wonach es dir beliebt. 🙂

Für eine Kastenform des Bananenkuchens braucht man:
– 2-3 reife Bananen
– 1 Ei
– 200g glattes Mehl
– 50g geriebene Haselnüsse
– 40g geschmolzene, etwas abgekühlte Butter
– 1 EL Backpulver
– 50ml (Pflanzen)milch
– 200g weiße Schokolade gehackt
– 30g backfeste Schokodrops
– Prise Salz
– 5-6 große Erdbeeren
– 2 EL Kokosflocken
– 2 EL Mandelplättchen

Und so gehts:
1. Die Bananen mit einer Gabel zerdrücken und mit dem Ei verrühren.
2. Butter unterrühren und in einer zweiten Schüssel Mehl, Nüsse, Salz und Backpulver vermengen und dann zur Bananenmasse mischen.
3. Erdbeeren würfeln und mit den Kokosflocken unterrühren.
3. Milch dazu gießen und nochmal kurz verrühren.
4. Die weiße Schokolade unterheben und den Kuchen in die Gläser füllen. Schokodrops und Mandelplättchen darüber streuen und im vorgeheizten Backrohr bei 170 Grad Ober-/Unterhitze ungefähr 25-30 Minuten backen. 

Seitdem unsere kleine Mini auch alles mit uns isst, haben wir vermehrt Toast und Brioche zuhause, da sie es anfangs leichter beißen und kauen könnte. Aber: Toast und Brioche gibt es nicht so kleinen Packungen. Daher blieb dann öfter mal was übrig. Toast- und Briochereste lassen sich genauso wie älteres Brot und Bananen prima verwerten – ich liebe es daraus an Sonntagen French Toast zu machen und damit dieser auch für das Auge etwas hermacht, mache ich gerne eine French Toast Bowl mit Obst daraus. Schmeckt groß und klein und ist auch wie das Bananenbrot super wandelbar. Honig, Ahornsirup, Nussmuß, Schokocremes etc. bei diesem Rezept bleiben keine Gelüste offen. 🙂


Für 4 Bowls braucht man:
Für die French Toasts:
– 8 Scheiben Brioche oder Toast
– 2 Eier
– 125ml (Pflanzen)Milch
– Prise Zimt
– Prise Muskatnuss
– Prise Salz
– 2 EL braunen Zucker
– 60g Dinkelmehl oder Weizenmehl
– Butter zum Braten

Für das Topping:
– 1 Banane in Scheiben geschnitten
– 4-5 Erdbeeren gewürfelt
– Eine Hand voll gemischter Beeren
– 2 EL Nussmuß nach Wahl

Und so gehts:
1. Eier in einer flachen Schüssel verquirlen und die Milch dazu rühren.
2. Die Briochescheiben in 2-3 cm dicke Scheiben schneiden und auf einen Teller legen.
3. In einer flachen Schüssel Mehl, Zucker, Salz, Zimt und Muskat vermischen.
4. Die Butter in einer Pfanne auf mittlerer Hitze erhitzen.
5. Die Briochescheiben zuerst in der Milchmischung und dann in der Mehlmischung wälzen und dann in der Pfanne von beiden Seiten ungefähr 2-3 Minuten anbraten.
6. Die ausgebratenen French Toasts in einer Schüssel auflegen und das geschnittene Obst darüber verteilen. Nussmuß von einem Löffel darüber träufeln und noch warm genießen. 🙂


Wie schon oben geschrieben, es war nicht schon immer so, dass ich mich mit diesem Thema sehr identifiziert habe, dies begann vor ungefähr zwei Jahren. Ein Zeitpunkt an dem ich mir eine neue Richtung suchen und nachhaltiger leben wollte, damit auch noch die nächsten Generationen die Schönheit unserer Erde erleben dürfen.

Ganz einfach können wir alle im alltäglichen Leben durch kleine Handgriffe und Aktivitäten einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten. Hier ein paar meiner Erfahrungen und Inhalte aus Büchern die ich dazu gelesen habe:
- Klein geschnittene Bananenschalen sind ein super Dünger für Pflanzen am Balkon oder im Garten oder aufgegossen mit Wasser auf für Zimmerpflanzen.
- Die Blätter von Gemüse und Obst können super in Smoothies gemixt werden
- Aus Eierschalen können wir Straßenmalkreide für unsere Kleinsten herstellen - eingefärbt mit Naturfarben erhält man gleich verschiedenste Farben
- Mit frischen Orangenschalen kann man Kalk im Badezimmer entfernen, Gerüche in Schüsseln oder Gläsern neutralisieren, im Geschirrspüler für einen besseren Duft mitspülen, statt Weichspüler in einem Baumwollsackerl in der Waschmaschine mitwaschen
- Getrocknete Orangenschalen mit Lavendel sind ein super Schutz gegen Motten im Kleiderschrank
- Aus Kaffeesatz lässt sich ein pflegendes Gesichtspeeling oder Pflanzdünger machen
- Gemüsereste in einem Zippbeutel über eine Woche hinweg sammeln und dann Gemüsebrühenpaste oder Gemüsefond daraus machen
- Hartes gewürfeltes Brot lässt sich auch super zu Beilagenknödel oder Semmelbröseln verarbeiten
- DAS MINDESTHALTBARKEITSDATUM AUF LEBENSMITTELN NICHT ZU ERNST NEHMEN :-) Meistens halten die Lebensmittel deutlich länger als darauf angegeben. Es verrät nämlich nur bis wann der Hersteller des Produktes die höchste Qualität des Produktes garantieren kann. 6% der weggeworfenen Lebensmittel werden nur entsorgt, weil das MHD erreicht wurde. Also: riechen, anschauen und kosten! Ist es gut? Iss es noch! :-)
- Kerne aus Kürbissen rösten und als Kürbiskerne knabbern (gerne auch süß)
- Aus Salatstrunk und Blättern lassen sich super Salatdressings machen
- Zitronen kann man super als Haushaltsreiniger nutzen
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Nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch im alltäglichen Handling können wir Abfall reduzieren:
- Statt Backpapier zB. eine Dauerbackmatte verwenden
- Bienenwachstücher anstatt Frischhaltefolie einsetzen
- Gläser in der Vorratskammer nutzen
- Statt Plastiksackerl Einkaufsnetze oder Körberl/ Stoffsackerl einstecken 
- Einen Komposthaufen starten wenn man die Möglichkeit hat oder in der Wohnung eine Wurmkiste einsetzen 
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Ihr seht also - die Möglichkeiten sind wirklich unendlich. Schreibt mir gerne, wenn ihr Buchtipps zu diesem Thema wollt. Es gibt super interessante Literatur dazu. 

Und jetzt freue ich mich auf den Austausch mit euch und bin gespannt auf eure Erfahrungen zu diesem Thema! :-) Wie rettest du die Welt!?

Eure

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